"Die Aktuelle" -November 2002-

OLGA VASSILJEVNA RACHOWA – DER EISKALTE ENGEL

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Herzlich willkommen liebe Improfreunde und -freundinnen zur "Aktuellen” im Monat November.

Tip des Monats:
Jetzt mal im Vertrauen, ein wirklich nützlicher Tip. Glauben Sie nicht immer alles, was windige Schreiberlinge, oft ohne journalistische Kompetenz, versuchen Ihnen im Mantel dubioser Monatstips unterzujubeln. Achten Sie besonders auf kleine Textbeiträge, in denen versucht wird, als Editoral mit nichtsagenden Namen wie "Tip des Monats" getarnt, unsäglich uninteressante und lang bekannte Weisheiten als sensationelle Neuheiten zu verkaufen. Lesen Sie nicht weiter, wen sie das Schema erkannt haben und vor allen Dingen: Befolgen sie niemals diese Tips!

RÜCKSCHAU:
Der lange ersehnte Heimsieg gegen DRAMA LIGHT

Wenn es vom letzten Monat etwas bemerkenswertes zu berichten gibt, dann sicherlich, dass DIE HOTTENLOTTEN vor ziemlich vollem Haus endlich, ja wirklich endlich wieder einmal einen Heimsieg zu Wege brachten. Es war zwar schon der 2. November, als das Match angepfiffen wurde, da die Aktuelle wegen des bundesweiten Administratoren-Streiks erst verspätet online geschaltet werden konnte, hat sich die Redaktion entschlossen das brandaktuelle Thema noch mit in die Oktoberausgabe zu nehmen:

Es war ein Kopf an Kopf - Rennen, in dem DIE HOTTENLOTTEN durch eine Kamikaze-Aktion, ein "Tomaten auf den Augen" in der alles entscheidende "Vergleichenden" das Publikum zu überzeugen versuchten. Dieser Mut wurde belohnt. Mit einem 30 : 28, holten DIE HOTTENLOTTEN die begehrten Zierkürbistrophäen nach Bochum.

Eine Neuentdeckung auf dem Gebiet der HOTTENLOTTEN-Schiedsrichter war Frau Olga Rachowa, die bei diesem Match ihr Debüt im Thealozzi gab. Eingesprungen für Frau Dr. Hammerhart, offenbarte sich dem Publikum und den Spielern ein neuer Schieds-Massstab. Sie richtete hart wie Dr. Hammerhart und gerecht wie Dr. G. Recht. Obendrein schaffte Sie es jedoch mit distanzierter Leidenschaft die Herzen des doch sonst immer Schiri-kritischen Publikums zu gewinnen. Deshalb als Monatsspecial im November:
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DIE ENTDECKUNG: Olga Vassiljevna Rachowa – "Der Eiskalte Engel"

 

UND WAS GIBTS IM NOVEMBER?
‹‹10. November, Kunst & Kuchen, 17.00 Uhr, Thealozzi››
Vor einem Jahr gab es das letzte mal Kunst und Kuchen. Damals sang euch Nagelritz Lieder von Ringelnatz. Heute ist er wieder da. und hat noch jemanden mitgebracht. Nagelritz und Christoph Bendikowski werden euch zusammen ihr Moritatenprogramm "Hammersteins Echte" zu Gehör bringen. Zur besten Kuchenzeit!

‹‹15. November,
MordART, 20.00 Uhr, Thealozzi››
Die Negativserie findet anscheinend kein Ende. Auch dem dritten Fall in Folge blieb die richtige Aufklärung versagt. Doch eines haben wir uns genz fest vorgenommen: Wir wollen noch in diesem Jahr diese Serie beenden. Ob es nach der Umstellung auf die Winterzeit und dem damit verbundenen vernebelten Ambiente schon beim nächsten Fall passieren wird? Kommt und seht selbst.

Aber ganz besonders freuen wir uns auf Anja B., Jan F. und Fabian D.:
‹‹16. November,
Lieder nach dem Happy End, 20.00 Uhr, Thealozzi››
Nach der mehr als gelungenen Premiere im Oktober, legt das Trio mit und um Anja Balzer noch einen nach. Lasst euch endlich oder noch einmal von Anja und ihrem heiter melancholischen Chansonabend umarmen.

VORSCHAU DEZEMBER
‹‹06. Dezember,
Impro zwischen Mils und Pils, 20.00 Uhr, Simplon››
Habt ihr euch die neue regel für das Simplon auch gut gemerkt. Hier noch einmal für alle, die das noch nicht verstanden haben. An jedem ersten Ftreitag in den geraden Monaten des Jahres spielen wir für euch, für die Kunst und einen Hutinhalt im Simplon. Der November ist ein ungerader Monat, deshalb spielen wir im November nicht im Simplon. Aber der Dezember, der ist ein gerader Monat. Und wie es der Zufall wollte, ist der erste Freitg im Dezember an Nikolaus. Da schauen wir dann, ob ihr das Jahr über auch alle hübsch artig ward.

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Olga Vassiljevna Rachowa – Der eiskalte Engel!

Eigentlich begann ihr Leben beschaulich ­ geboren als Tochter eines Traktoristen und einer Feldarbeiterin in der Kolchose „Rotes Lächeln“ in Mittelsibirien fehlte es der kleinen Olga an nichts ­ gemeinsam mit anderen Pionieren des Umkreises gestaltete sie ein vielfältiges kulturelles Treiben in der Kolchose, so zum Beispiel ihren Liederabend „Die Rote Zukunft nach dem Schwarzen Ende“ oder ihr wechselndes Künstlerprogramm „Proletarisches Schaffen und Essen“, bei dem zu selbstverfassten Versen geräucherter Fisch und Vodka gereicht wurde.

Ihr fröhliches Wesen ergänzte sich durch einen unbezwingbaren Drang nach Tempo: Sie trank das Leben in großen Schlucken. Schon in sehr jungen Jahren trat sie in den Blitzschachclub „Brigade S“ ein ­ ein Umstand, dem sie ihre unbestechliche Logik und ihre Vorliebe für schwarz-weiße Kleidung verdankt.

Auf einer Reise des sozialistischen Schachaustauschs nach Eisenhüttenstadt lernte die inzwischen 18-jährige Olga den IM Rüdiger kennen, verliebte sich prompt in ihn, blieb bei ihm und unterstützte ihn bei seiner inoffiziellen Tätigkeit. Leider bedarf es bei dieser Arbeit einer größeren Geduld, als Olga sie aufzubringen bereit war, und so nahm ihr Schicksal seinen Lauf: Als sie eines Tages in einem Ostberliner Hinterhoftheater eine kleine freie Theaterproduktion bespitzelten, konnte sie bald nicht mehr an sich halten und gab ein lautes „Würrrden wirrr alle uns freuen, wenn wirrrr könnten bald nach Hause gähen.“ von sich.

Rüdiger flog als IM auf und wurde entlassen ­ Olga erfuhr nichts weiter über seinen Verbleib und war nun ganz auf sich gestellt. Da sie keinen Beruf gelernt hatte, kombinierte sie nun ihre im Leben erworbenen Kompetenzen und Vorlieben: ihre Logik, ihren klaren Verstand, ihren Hang zu Tempo und ihre Liebe zu kulturellen Veranstaltungen. So ist sie nun als national gefürchtete Impro-Schiedsrichterin unterwegs.

Eigentlich liebt sie ihren Beruf, vor allem dann, wenn sie Don Kosaken und russische Panzer auf die Bühne zaubern lassen kann. Dieses sentimentale Heimweh ist es auch, dass sie immer wieder sagen lässt „Würrrden wirrr alle uns freuen, wenn wirrrr könnten bald nach Hause gähen.“

Olga, wir lieben dich! Nimmst du uns mit?