Anja Balzer

vorgestellt von Dorian Bako

Es ist nicht leicht einen Text über eine Person zu schreiben, die immer und immer wieder neue Eigenschaften und Facetten aufzeigt. Nicht, dass ich glaube jetzt ist es passiert, jetzt habe ich sie alle gesehen, die Facetten, und daher kann der Text raus an die Öffentlichkeit. Nein, morgen wird sie wieder irgend etwas tun oder sagen, was hierhin gehören würde. Aber irgendwann muss es gut sein:

Anja startete einen ganz ‚normalen’ Joblebenslauf als solide Bauzeichnerin. „Aber das Dumme ist, dass man tagtäglich 8 Stunden lang 5 mal die Woche arbeiten muss. Und das morgens ab 8! Wie früh ist DAS denn?!“ Sie beschloss, dass sie mehr vom Leben wollte.

Mit stierischer (ein Mai Kind!) Konsequenz veränderte sie den Lauf der Dinge ­ und nahm ihre Träume in die eigene Hand. Ruckzuck taucht sie in der Ruhr-Metrolpole (na ja für sie zumindest) Bochum auf, um einem Studium der Theaterwissenschaften nachzugehen, um Gesangs- und Schauspielunterricht zu nehmen, um die Welt der Bühne in sich aufzusaugen und sich darin auszutoben. Plötzlich war Anja da - egal wohin man sich nun wandte - auf allen Bühnen Bochums!

Sie ist Emsländerin durch und durch - sie vergleicht sich gerne selbst mit dem Landei Rose aus der TV-Serie „Golden Girls“, die gerne ihre Sankt-Olaf-Geschichten (man tausche Sankt-Olaf gegen Meppen aus) zum Besten gibt. Ihr Hobby ist: Reden.

Kaum zu übersehen ­ diese Frau hat die Präsenz zur hauseigenen Marke gemacht ­ und kaum zu vergessen, hat man endlich einmal das Vergnügen ihr glockenhelles Lachen zu erhorchen. Man lacht mit, ob man will oder nicht. Sicherlich werden die Bewohner der Städte Herne, Witten, Hattingen und Gelsenkirchen dies bestätigen können. In einer windstillen Nacht sagt man, auch in Wuppertal sie hören zu können.

Der geborene Gesellschaftsmensch - sie ist die Person für jede Gelegenheit. Sie kann ein elegantes Abendkleid ebenso souverän tragen wie eine quietsch-pinke Perücke - und manchmal sogar beide zusammen. Und es passt einfach in den Rahmen. Ein Insidergeheimnis gelüftet: Sie ist keine echte Blondine. (Sorry Anja, aber tröste dich: Marilyn war es ja auch nicht.)

Anja geht ihren Weg. Sie hat so eine Denkt-was-Ihr-wollt-is’-mir-doch-scheißegal Ausstrahlung (und dabei ist sie nicht mal Punkerin!). Regeln nimmt sie zur Kenntnis, doch die sind eher lästige kleine Alltagsärgernisse wie Briefkastenwerbung oder Funklöcher. „Jesses, braucht man das?! Wie überflüssig ist DAS denn??“

Wie es sich für eine wahre Chansonsängerin gehört singt sie in blanker Ehrlichkeit. In ihrem Programm ”Lieder nach dem Happy End“ singt sie über sich, über die Liebe, über das Leben. Und genau diese Art von Ehrlichkeit macht sie aus. Musik und Anja sind nicht voneinander wegzudenken. Ihre Stimmungen sind von der gerade eingelegten CD abzuhören. (energisch: Garbage ­ wütend: Rammstein ­ düster umwölkt: Enomine - verliebt: Georgette Dee)

Sie nimmt kein Blatt vor den Mund; spricht es aus wie es ist. „Pimpelkopp“, „Arschkram“, „geiles Geschiss“ ­ nee, man kann gewiss nicht sagen, ihr Vokabular wäre nicht griffig und konkret. Zu mir sagt sie „Stockfisch“. Naja, wir wollen ja nicht über mich reden.

Das Moderieren hat sie im Blut.
Sicherlich hat sie euch, liebe Leser, von irgendeiner Bühne aus zum Lachen, Singen und Tanzen gebracht, wo Sie am allerwenigsten darauf eingestellt waren. Oh, macht euch nichts daraus: Ihr konntet es nicht sein!

Und wer ist also jetzt Anja?

Vielleicht kennen ihr sie als Tante Anja von ”Kunst und Kuchen“.

Vielleicht als Teil des dynamischen Duos die „Salbei Bonbons“.

Vielleicht als Chansonsängerin in ”Lieder nach dem Happy End“ in dem Trio Anja Balzer, Jan Forth und Fabian Dimski.

Vielleicht als Impro-Schiedsrichterin Olga Rachowa im Thealozzi?

Oder gar als die Furie, Verwandlungskünstlerin und Lichtblitz bei der Improvisationsgruppe DIE HOTTENLOTTEN! Sicherlich ist aber mit die sympathischste Anja, die nach einem langem anstrengenden Tag mit leerem Blick auf einen Fernseher fixiert, auf einem Sofa sitzend und gebackene Bohnen mit Scheibletten-Käse in sich hineinschaufelt. In ihrem linken Hausschuh am großen Zeh ist ein Loch.

Denn Anja ist bei allem noch eins geblieben: Sie ist ein Mensch wie ihr und ich (geschrieben von einem langjährigen Mitbewohner von Anja).

Kontakt: a.balzer@hottenlotten.de, www.anja-balzer.de

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